Zitat zum Thema Schriftstellerei
Verfasst von Daniel Philip Schuster am 2. Juli 2009“Wenn man soviel mit Buchstaben zutun hat wie ich, muss man sich auch mal mit ihnen anlegen.”
Von Daniel Philip Schuster

“Wenn man soviel mit Buchstaben zutun hat wie ich, muss man sich auch mal mit ihnen anlegen.”
Von Daniel Philip Schuster

Freunde der Bettel-Mafia,
Das Kanzler-Casting ist vorbei - Zeit für politische Unkorrektheiten. Damals, mitten im Wahlkampf, wurde ich in Herford an einer Straßenlichtung von einer Dame mit zwei Kindern im rostenden Auto abgefangen. Sie stieg aus, kam betend auf mich zu und sschrie schnell und flehend “Jesu Christi! Jesu Christi! Gott ist gnädig.” Soweit noch alles normal. Passiert mir täglich. “Do you speak english?” fragte sie alsdann. “No.” antwortete ich, und war mir schnell im Klaren, dass man kaum dämlicher auf diese Frage antworten kann.
Sie gab mir einen Zettel, in deutscher Sprache verfasst. Auf dem stand sie bräuchte dringend Geld und habe kein Essen. Das Auto hatte ein Nummernschild mit Seilen befestigt, war voll mit Koffern und Kindern, und man hätte ihr die Geschichte, sie wäre seit 2006 arm wegen eines unglaublichen Hochwassers sofort abkaufen können. So ergriff ich meine Geldtasche und gab ihr zwei Euro. Sie erblickte den 50 Euro Schein in meiner Geldtasche, und wollte lieber den haben. Logisch eigentlich.
Schnell war ich in meinem Auto, die Dame leider auch. Jetzt versuchte sie zu handeln. “10 Euro? Jesu Christi!” Mit der Euro-Währung hätte auch Jesus nichts anfangen können… “50 Euro mit Stiefel?”, entgegnete ich ihr nicht. “Äh, ähm, äh, ne, ähm äh, äh…” Mit diesen Worten fuhr ich davon.
Wenige Wochen später in Berlin.
A: “Do you speak english?”
B: (Schulter zuckend)

Hu, diesmal gut gerettet. Zwischendurch hab ich die Damen übrigens auch in Bielefeld erspähen können. Letztes Wochenende, wieder in Berlin. Ich hab die Schnauze voll. Die Damen stehen zu viert vor dem Brandenburger Tor. Sie verfolgen mich! Da bin ich mir sicher! Jetzt sogar mit Kind auf dem Arm. Ich habe ihnen nicht mein Geld gegeben - Jetzt sind sie hinter mir her. Was tue ich nur jetzt?!
A: “Do you speak english?”
B: “Mächälale Kasch kritsch genova gehä, skrrlll ga notsch mählig?! Genähaaä!!!!”
A: (ratloser Blick)
B: “Mächälaleä Kritsch glesova hä hä?!”
A: “Nichts verstehen?!”
B: “Gehälänowitsch kleglächä!!!!! Pa!”
Ja, nicht die feine Art die Dame mit einer Fremdsprache zu konfrontieren, die es gar nicht gibt. Und doch hat es mich irgendwie befreit. Denn es ist die Universalmethode, um in Zukunft nicht mehr gefragt zu werden. Aber ich möchte zugeben: Es geht auch um einiges besser - wenn auch nicht wirklich netter. Ich werde Zeuge, wie man es richtig macht: Ein leicht cholerischer älterer Mann weiß gekonnt zu antworten:
A: “Do you speak english?”
B: “No!”
A: “german?”
B: “No!!”
A: “france?”
B: “No… Verdammt nochmal… I speak nothing!!!”
A: (genervter Blick)
B: (genervter Blick)
Hmpf. Das nächste mal mach ich es auch so. I speak nothing.

Freunde der ungebrochenen Kreativität,
nun etwas mehr Feingeist: Nachdem ihr nun sicherlich die Seite Dein-Kanzler.de besucht habt, möchte ich Euch gerne zwei weitere Kandidaten der Show “Ich kann Kanzler” präsentieren, die womöglich in der nächsten Staffel dabei sind: Julian Frohloff und Karsten Glied.
Bis es soweit ist, mag es zwar noch vier Jahre dauern (falls das ZDF die Regierung nicht vorher auflöst), doch das Design und die Ideen sind doch großartig. Also wirklich sensationell. Hier muss man die beiden doch mal wirklich loben. Ganz anders als bei Kandidaten, die nicht Kanzler geworden sind. Na mal sehen, wie sich die Dinge so im echten Wahlkampf bewähren…

Klage bereits eingereichte Grüße,
Daniel Philip Schuster
Nachtrag vom 21.06.2009: Klage gegen Julian Frohloff wieder zurückgezogen. Wenn das Impressum nicht erreichbar ist, kommen die Anwälte von ganz allein. ;)

Freunde der gekonnten Fernsehkritik,
Es gibt Leute, die gehen einen schon mächtig auf die Nerven. “Etwa der Boxer, der sich Politik mit mehr “Wums!” wünschte. Oder diese Nervensäge, die mit einer mehrfarbigen Torte anmarschiert kam, die dem Abschneiden der Parteien der letzten Wahl nachgebildet war. Die Sitzverteilungs-Torte! Tatsächlich umgesetzt! Er wünschte sich, dass die Politiker nicht so abgehoben sprechen, und beklagte, dass sich die Parteien zu ähnlich sind und gleichzeitig so weit entfernt haben, dass sie nicht mehr miteinander reden. Oder umgekehrt. Das waren dann Momente, wo man sich ein paar Tritte von DSDS-Inquisitor Dieter Bohlen gewünscht hätte, doch Jauch wiegte den Kopf und meinte - “also meine Stimme hat er”. Während Engelke, die oft ihren “Bauch” sprechen ließ, nach einer bedeutungsschweren Pause, meint: “Also, ich seh’ ihn nicht als Kanzler.” Pluspunkt, Anke.”
Ja. Schrecklich. Leute mit Torten, ekelerregend. Tortendiagramme haben nichts mit Politik zutun. Und schlechte Kritiken auf Spiegel Online? Im wahrsten Sinne des Wortes! Geliebter Herr Matussek… Sie, über die einst die TAZ schrieb, Sie wären ein “langweiliger Alleskenner” haben nun bewiesen: Es stimmt nicht, Sie kennen eben doch nicht alles. Mich kennen Sie zum Beispiel nicht wirklich. Langweilig sind Sie trotzdem.
Teilweise kennen Sie zwar die Sendung “Ich kann Kanzler!” - doch wem nützt das, wenn Sie nicht mal richtig zitieren? Denn in Wirklichkeit fordert der Depp, dessen Namen sie nichtmal recherchieren wollten oder konnten, direkte Beteiligung der Bürger an der Politik.
Er sprach sich für Volksentscheide aus und für den Umstand, dass sich Politiker und Bürger zuweit voneinander entfernt haben, mutiert sind zu zwei Lagern, die nicht mehr miteinander korrespondieren. Schade, dass Sie scheinbar nicht dieser Meinung sind und lieber Politik sehen wollen, die auch Sie unter Umständen nicht verstehen. Augen verschließen ist eben doch die beste “Wahl”. Übrigens wäre es für Sie auch ein schönerer Abend geworden, hätten Sie diesem Ansatz am Samstag Folge geleistet.
Dieter Bohlen wünsche ich mir trotzdessen nicht herbei. Denn genauso wie Sie kann er eines nicht: Fachgerecht kritisieren. Ein Arschtritt in Ihren Hintern ist trotzdem allzu verlockend. Denn nicht umsonst präsentieren Sie sich der Weltpresse gerne als Großintellektuellen, der sich tatsächlich darüber freut, im Umziehen schneller zusein als viele andere seiner Gattung. Wäre doch auch was für den Bohlen, gell? Strippende Großintellektuelle auf dem Parkplatz. Na ja, reden wir nicht drüber.
Wo wir gerade bei “Weltpresse” sind: Dass die “Welt” meint zu wissen, dass Sie beim “Spiegel” die Leitung des Kultur-Ressorts aufgrund „unangemessener Umgangsformen“ und einem „Hang zur Cholerik“ abgeben mussten zeigt, dass auch Sie niemals aus Kritik lernen. Übrigens genauso wie ich. Was bringt Kritik also, wenn sich eh niemand ändert?
Rausgeflogen sind wir beide. Nur habe ich lecker dabei ausgesehen. Und schaue ich auf unsere Geburtsdaten, werde ich das vergleichsweise auch noch eine schöne lange Zeit. Ihren Humor scheinen Sie nach Niederschlägen wie dem Rausschmiss aus dem Kultur-Ressort der “Welt” auch verloren zu haben.
Vielleicht sind Sie auch gerade noch dazu in der Lage, wie formulierten Sie es gleich so schön, ähm, “in der Lage, drei zusammenhängende Sätze zu sagen, wenn auch bisweilen nervöse und repetitive“. Oder einfacher formuliert: Vielleicht sind Sie nicht ganz auf der Linie. Sonst hätten Sie das Tortendiagramm als bebildertes Wortspiel in alter Tradition der Sendung “Zimmer Frei!” tatsächlich verstanden.
Hat mich gefreut, Ihnen zu zeigen, wie eine gut recherchierte Kritik ausschaut.
Mit herzlichem Arschtritt,
Daniel Schuster, (Nervensäge / Kanzlerkonditor)
Nachtrag vom 22.06.2009: Der Daniel schreibt und motzt - macht am Ende den gleichen Fehler wie den, den er anklagt: Matussek verlebte seine Zeit als Spiegel-Mitarbeiter, nicht etwa als Mitarbeiter der Zeitung “Die Welt”. Danke für den Hinweis, Herr Matussek. So lange das mit dem Großintellektuellen-Strip stimmt, bin ich beruhigt. Aber da sehen Sie: Ich hätte Ihnen gar die Weltherrschaft zugetraut. Dann blieb doch nur der kurze Blick in den Spiegel alles Kulturellen. Was solls. Meinen Fehler hab ich revidiert - würden Sie dasselbe freundlicher Weise auch für mich tun?
Nachtrag vom 22.06.2009 Nr. 2: Telefonat mit meinem Freund. Ich: “Matussek hat einen Fehler gefunden.” Er: “Ach Daniel, das ist doch nicht Die Welt.” Ha. Ha. Ha.

Freunde des Gebührenverschwendung,
In wenigen Minuten ist es nun soweit: Das ZDF strahlt, in Form einer 45 Minuten dauernden Dokumentation die Castingshow “Ich kann Kanzler!” aus. Und jeder Jugendliche, der es heute Abend tatsächlich wagt, dem Zweiten Deutschen Fernsehen den Vorrang zu geben sei gesagt: Nein, es ist keine Altersschwäche. ZDF schauen kann unter bestimmen Umständen ganz anregend sein. Beim Komasaufen beispielsweise. Oder wenn die Mutter sich und ihre Familie unaufgefordert zur RTL-Rundum-Vermarktung anmeldet.
Aber auch heute lohnt sich tatsächlich ein Blick hinein. Denn - Und diesmal ist es wieder keine Altersschwäche - kann man mich mit ein wenig Glück entdecken. Ab 00:30 Uhr. Wie ein von Arte ausgeliehener Erotikfilm. Ich mache mich indes fertig für die Live-Sendung in Berlin.

Freunde der politischen Präsenz und des charmanten Wahlkampfes,
hier bin ich wieder. Ich habe es ja versprochen. Oder angedroht. Auf jeden Fall habe ich meine Versprechen in die Tat umgesetzt. Das heißgeliebte ZDF präsentiert im Auftrag der politischen Wissensvermittlung die neue Casting-Show “Ich kann Kanzler”. Hier werden Nachwuchspolitiker gecastet und, wie es sich für Castingshows gehört, vom Feuilleton zum einen Teil be- und zum anderen Teil verachtet. Kann man Nachwuchs-Volksvertreter durch eine Casting-Show auf das politische Parkett führen?
Nein, nicht zwingend. Doch geht es meiner Ansicht nach um viel mehr als das “casten”: Hier werden politische Visionen vorgestellt. Hier wird unter Bürgern diskutiert, was falsch und was richtig für unser Land ist. Fehler werden aufgespürt und mit Hilfe einzelner Visionen womöglich beseitigt. Das tut nicht nur der Seele gut - Denn hier kann jeder seine Wünsche loswerden - Vor allen Dingen ist die Show eine Art Wachrüttler. Politik kann verständlich sein. Politik kann Spaß machen.

Ich habe mich mit meiner Idee beworben und bin nun tatsächlich unter den besten vierzig. Das freut mich sehr, und daher bitte ich Euch, liebe Besucher, Eure Meinung auf der dazugehörigen Seite zu veröffentlichen. Ihr findet auf kanzler.zdf.de eine Auswahl an Steckbriefen, der meinige Steckbrief beinhaltet neben meinen politischen Visionen auch ein Kommentarfeld und eine Art interaktiven Wahlzettel. Vielleicht könnt ihr mir Eure Ideen und Anregungen schreiben? Was haltet ihr meinen Ansätzen und würdet ihr mich wählen? Was wünscht ihr Euch von mir als Kanzler? Dass alles sind sehr wichtige Fragen, über die ich gerne mit Euch in den Kommentaren reden möchte.
Gerne könnt ihr die Seite auch weiterempfehlen. Und auch ich freue mich natürlich über jede Stimme die ich von Euch bekomme. Deutschland braucht uns - Werden wir zur politischen Avantgarde und packen wir es an!
Liebe Grüße
Euer Kanzler der Herzen

Ja, zugegeben. Ich habe Euch vernachlässigt. Sehr sogar. Nicht, dass ich es genossen hätte, aber eine Pause ohne Ankündigung kann oftmals wunder bewirken. Es ist so, wie mit der Werbung: Man erwartet keine, ist froh wenn keine Werbung kommt. Und dann - Urplötzlich - ist sie doch wieder da.
Was habe ich mit mir angestellt? Nun, in erster Linie war und bin ich dabei, meine Grundsätze auf den Kopf zu stellen, meine Wohnungseinrichtung zu verkaufen und meine Lebensinhalte zu sortieren. Keine Ahnung, ob das mit zwanzig Jahren üblich ist oder nicht, aber derzeit verspüre ich das dringende Bedürfnis, meinen Leben eine gewisse Grundordnung zu verleihen.
Ich habe in dieser Zeit Stilfetischisten.de umgesetzt, ein Projekt, welches ich nun gerne freiwillig an Interessenten abgeben möchte, habe mein Buch weitergeschrieben und habe auch sonst getextet, was das Zeug hält. In dieser Zeit hätte ich viel schreiben, analysieren und berichten können. Weltwirtschaftskrise. Obama. Es soll sogar passiert sein, dass ein Auto in eine Kirche gekracht ist. Der Vatikan hat Probleme, die Deutschen haben sie sowieso und Tom Cruise tut so, als könnte man die Probleme einfach in eine Aktentasche packen und davon tragen.
In dieser Zeit habe ich Hagen Rether entdeckt, meine Liebe zu älteren Möbeln und einen Daniel, der viel zu viel nachdenkt. Mein Auto ist in dieser Zeit kaputt gegangen, ich habe angefangen ein Kabarettprogramm zu schreiben und habe dann gemerkt, dass ich mir unsicher bin, ob das überhaupt jemand hören wolle. Diese Frage habe ich noch nicht richtig beantwortet. Wie ich oben bereits geschrieben habe: Die Suche nach dem Sein ist sehr wichtig - Aber eben nicht sehr einfach.
Das Fernsehen ist für mich gestorben. Kam ein bisschen spät die Einsicht, ja. Aber sie kam immerhin. Medien generell habe ich in dieser Zeit von einer anderen Seite kennengelernt und habe endlich begriffen, was Medien ausmacht: Meinungsmache. Und auch wenn ich sie weiter zur Recherche benötige habe ich gelernt, niemals auf ein fremdes Wort zu vertrauen. Die eigene Meinung ist viel wichtiger. Gelernt habe ich auch, dass es Werbeslogans gibt, für die ich mich als Mediengestalter und Online-Marketing Manager recht herzlich entschuldigen möchte. “Das König der Biere” zum Beispiel. “Die Werbung der Doof” trifft es auch ganz gut.
Nun ja. Dieser Beitrag soll eigentlich nur denjenigen dienlich sein, die sich gefragt haben, wo denn der liebe Daniel ist. Der liebe Daniel denkt scharf nach und wartet heißblütig darauf, dass ihm der entscheidende Einfall für ein gutes, neues Bühnenprogramm kommt. Bis es soweit ist, sammel ich erstmal meine Gedanken und werde sie zu gegebener Stunde präsentieren.
Weltwirtschaftskrisige Grüße vom Präsidenten der Herzen
Daniel Schuster

Und wieder darf sich die Stern.de Redaktion über die Auszeichnung “Journalistisches Glanzbild” freuen. Nachdem vor einiger Zeit die Olympischen Spiele die Seite beherrschten, ist es nun ein Trauerfall, der mir besonders gut gefallen hat.

Quelle: Stern.de
Wow. Es hat fast schon Bildzeitungscharakter, wenn Tote sterben können. Wie dem auch sei: Ich freue mich auf die Seebestattung.

Geliebte Blogleserinnen und Leser,
ich finde kaum Zeit etwas zu schreiben, denn neue Projekte stehen an. Bis 2009 wird ein Stil-Magazin an den Start gehen, dessen Chefredaktion ich übernehmen werde. Gefördert werden Nachwuchsdesigner und unbekannte Prachtstücke des guten Geschmacks. Darauf freue ich mich sehr, denn was kann es schöneres geben, als Kultur zu fördern? Das ganze Projekt ist so aufbereitet, dass es jüngere und ältere Leute gleichermaßen anspricht und hört auf den Namen “Stilfetischisten.de“, mehr dazu demnächst.
Außerdem musste ich Steinmeier, was mit einer Flasche lecker Becks auch spielend leicht gelang, wie man den Medien entnehmen konnte. Zum Schluss ging es dann bis heute Nachmittag nach Köln, um mir das Coloneum anzusehen. In Köln konnte ich dann endlich wieder neue Fotos schießen, die ich, zusammen mit weiteren neuen Bildern in die Rubrik Fotos hochgeladen habe.
Es geht also bald schon weiter. Bis dahin finde ich aber, dass die Politik an sich schon so spaßig ist, wie schon lange nicht mehr, und eigentlich keine humoristische Unterstützung von mir braucht ;)
Auf dann, liebe Genossen!
Danie

“Wenn ich an den Joker denke, leck’ ich mir die Lippen.”
